Spotify beendet den Lautstärke-Krieg

Mit Spotify gegen den Lautstärke-Krieg: Streamingdienste wollen nun ihre Lautheit freiwillig reduziert – um mehr Dynamik zu wagen. Damit gilt nicht mehr der alte Spruch: Lauter klingt besser!

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Die EU hat längst festgelegt, welche Lautstärke dem menschlichen Ohr noch zuträglich ist: Die Verordnung EN 50332, die sogenannte Gehörschutznorm, gibt darum vor, wie hoch der maximale Schalldruckpegel von mobilen Musikabspielgeräten höchstens sein darf – unbeeinflussbar vom Lautstärkeregler. In Zeiten, in denen Musik nicht nur über separate Musikplayer, sondern häufig über Smartphones gehört und von Streamingdiensten wie Apples iTunes oder Spotify zugeliefert wird, hat sich die Lautstärke-Norm jedoch längst zu einer ästhetischen Kategorie ausgewachsen, die das Klangbild von Musik prägt. Der sogenannte Loudness-War ist im vollen Gange und lange galt: Je lauter, desto besser verkäuflich.

Um lauter als die Konkurrenz zu sein ist vorallem ein Produktions-Schritt entscheidend: Das Mastering. Beim Mastering werden die leisen Passagen von Musik verstärkt und die extremen Spitzen gekappt, um so den Allgemeineindruck der Lautstärke anzuheben. Man spricht von Kompression. Ein Stück klingt dann durch die Veränderung der Relationen lauter, obwohl sich an der physikalisch messbaren Gesamtlautstärke nichts geändert hat.

Das alles geschieht auf Kosten der Dynamik, des Kontrastes zwischen Laut und Leise: Aufnahmen werden in sich gleichförmig und unterschiedslos laut, es gibt kaum Abwechslung mehr, Klangbrei ist die Folge.

Streamingdienste wie Spotify und Apple Music wollen nun gegen diesen Klangbrei vorgehen um den Nutzern ein angenehmeres Hörerlebnis bieten zu können. Sie senken die allgemeine Durchschnittslautstärke, so dass die Songs sogar eine bessere Dynamik aufweisen können als auf CD.

Ihr wollt besser verstehen, was Mastering bedeutet? Dann schaut euch dieses Video an:

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